songtexte

mann auf dem seil

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wenn du wiederkommst

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

 

Meine Wohnung ist ’n schrecklich dummes Ding

Denkt noch immer

Ich räum auf

Meine Wohnung wär ’n Fall für Therapie

doch sie passt nicht

auf die Couch

 

Wo ist hier nur der Sinn?

Du bist weg, ich bin hin

 

Wenn Du wiederkommst

Mal ich alles an

Sind die Möbel neu

Und der Boden blank

 

Wenn Du wiederkommst

steht Dein Leibgericht

für Dich auf dem Herd

Und ich sag es Dir

Ich liebe Dich

 

Meine Wohnung ist ’n Krähennest im Sturm

Vom Balkon halt ich die Wacht

Meine Altglassammlung funkelt wie Juwelen

im Laternenlicht bei Nacht

 

Und der Wind weht um’s Haus

Sogar er lacht mich aus

 

Wenn Du wiederkommst

Mal ich alles an

Sind die Möbel neu

Und der Boden blank

 

Wenn Du wiederkommst

steht Dein Leibgericht

für Dich auf dem Herd

Und ich geb es zu

Ich liebe Dich

 
es wird etwas geschehn 

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Schreib Dein Lieblingswort auf ein Papier

Häng den Zettel draussen an die Tür

Und zähl bis zehn – es wird etwas geschehn

 

Halt den Wagen an und sieh dich um

Nimm den Umweg, nimm ihn Dir nicht krumm

Ist auch ganz schön – es wird etwas geschehn

 

Die Welt ist groß, die Welt ist klein

ist wunderschön, ist hundsgemein

Bring ’n bisschen Liebe in den Tag

    es wird etwas geschehn

 

Eine Kiste und ein Megaphon

Eine Handvoll Zeichen reichen schon

Sei unbequem – es wird etwas geschehn

 

Deine Kinder retten grad die Welt

Könnte sein, dass Dir das gut gefällt

Komm, bleib nicht stehn – es wird etwas geschehn

 

Die Welt ist groß, die Welt ist klein …

Acht Milliarden Träume Tag für Tag

und am Ende alle gleich, ich sag

wenn wir verstehn – es wird etwas geschehn

 

Die Welt ist groß, die Welt ist klein

ist wunderschön, ist hundsgemein

Bring ’n bisschen Liebe in den Tag

    es wird etwas geschehn

 
König in meiner Baracke

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Ich hab es lange mitgemacht

Hab alle Zweifel weg gelacht

Für Gold und Ruhm und große Pracht

doch ich – war’s nicht

 

Jetzt stehst Du da im Unterhemd

mit wirrem Blick und ungekämmt

Pack Deine Zinnsoldaten ein

Vorbei – vorbei

 

Ich bin der König in meiner Baracke

Nicht der Diener in Deinem Palast

Ich bin der König, ich pfleg meine Macke

Und es ist mir ganz egal ob’s Dir passt

 

Was übrig bleibt von Dir und mir

Passt auf ein DINA4 Papier

so blütenweiss und kleinkariert

Vorbei – vorbei

 

Ich bin der König in meiner Baracke

Nicht der Diener in Deinem Palast

Ich bin der König, ich pfleg meine Macke

Und es ist mir ganz egal ob’s Dir passt

 
unerreichlich schön

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

 

Gestern hab ich Dich gesehn

An der U-Bahnendstation

Wo alles mal begann

Trägst Dein Haar genau so kurz

wie ich dachte ich hab Mut

und sprech Dich einfach an

 

Denn irgendetwas ist noch da

In dem Zimmer unsrer Zeit

Und niemand hat’s gemerkt

Es ist klein und ramponiert

Eingeknickt und demoliert

Ich glaub, es ist mein Herz

 

Denn Du warst

Unbegreiflich, unvermeidlich, unerreichlich schön

Du warst

Unbeschreiblich, unausweichlich, unerreichlich schön

reichlich schön

 

Du im flaschengrünen Kleid

mit den Büchern auf dem Schoß

Siehst so vor Dich hin

Deine Stimme – wie die klang

Dieses Lachen, dieser Gang

macht alles einen Sinn

 

Doch irgendetwas hängt da schief

in dem Zimmer unsrer Zeit

Jetzt wird es mir bewusst

Könnt ich einmal nur zurück

Nur für diesen Augenblick

Für diesen einen Kuss

 

Ja, Du warst

Unbegreiflich, unvermeidlich, unerreichlich schön

Du warst

Unbeschreiblich, unausweichlich, unerreichlich schön

reichlich schön

 
wie macht sie das?

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Ich möchte mich beschweren

meine Schuhe streifen kaum

den Asphalt und mir 

und das ist wie’n irrer Traum

 

Ich möchte mich beschweren 

Haben Sie mal ’n bisschen Blei?

Irgendwas massives

ich hab grad nichts dabei

 

Denn seit ich ihr begegnet bin

fühl ich mich federleicht

Das hat sie mit nur einem Augenaufschlag erreicht

 

Wie macht sie das? Wie macht sie das?

Wie macht sie das? Wie mcht sie das bloß?

Wie macht sie das? Wie macht sie das?

Wie macht sie das? Wie mcht sie das bloß?

 

Ich möchte mich beschweren

Mein Gehirn ist abgestellt

mein Mund kann nur noch grinsen

und ich lieb die ganze Welt

 

Ich möchte mich beschweren

wo sind meine Zweifel hin?

Wo ist die miese Laune 

und die Frage nach dem Sinn?

 

Ja, seit wir zwei zusammen sind

Fühl ich mich federleicht

und dafür hat nur ein einziger Kuss von ihr gereicht

 

Wie macht sie das? Wie macht sie das?

Wie macht sie das? Wie mcht sie das bloß?

Wie macht sie das? Wie macht sie das?

Wie macht sie das? Wie mcht sie das bloß?

 

Sind alle Schundromane dieser Welt

denn plötzlich wahr?

Ich seh in ihr Gesicht und alles ist wunderbar

 

Wie macht sie das? Wie macht sie das? …

 
in zwanzig jahren

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Es ist Frühling und die ganze Stadt ist schwanger

Oder war es bis vor kurzem wenigstens

Tausend Kinderwagen schippern durch die blütenschwere Luft

und junge Väter grinsen müde vor sich hin

 

Ja, in zwanzig Jahren macht alles vielleicht Sinn

 

Es ist Sommer und die ganze Stadt lernt laufen

fällt nach höchstens einem Meter einfach um

Daddies wischen sich verstohlen Freudentränen aus den Augen

Ihre Autos sind voll Brei, nicht nur von innen

 

Doch in zwanzig Jahren macht alles vielleicht Sinn

 

Es wird Herbst und män zahlt schon die ersten Zähne

und der Mutterschutz geht langsam auf’n Rest

Ganz genau so wie Lust immer das Gleiche vorzulesen

Diese Nächte sind nicht schön, nein – sie sind schlimm

 

Oh, in zwanzig Jahren macht alles vielleicht Sinn

 

Es ist Winter und es knirscht in der Beziehung

und der Sex – was war das noch? – ach, scheissegal!

Gut, die Oma kommt jetzt öfter und man geht auch wieder aus

Der ganze Rest, der renkt sich ein, ja ganz bestimmt

 

Mensch, in zwanzig Jahren macht alles vielleicht Sinn

 

Und wir blicken freudig auf das nächste Frühjahr

wenn der Kreis sich wieder schließt, erbarmungslos

Komm mach mit, Du wirst Dein Genmaterial doch nicht verschleudern

Denn wir brauchen, das ist logisch, jedes Kind

weil wir alle bald in Pflegeheimen sind

 
mann auf dem seil

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Dieser Ort ist kein Ort

Nur ein Strich in der Luft

Zwischen Himmel und Erde

Dünn wie ein Haar

Ich bin neun Jahre alt

Und ich steh auf dem Pflaster

Den Kopf im Nacken – blinzel’ ins Licht

 

Da ist der Mann auf dem Seil – Hoch oben allein

Wie der Mann auf dem Seil – So will ich sein

Der Mann auf dem Seil – Lächelt dem Boden nur zu

 

Auf dem Dach ist es still

Die Stadt, sie schläft

Zu seinen Füßen die Welt

Wie Spielzeug so klein

Sein Plan ist vollkommen

Kompletter Irrsinn

Aber er wird es tun – und ich werd ihn sehn

 

Er ist der Mann auf dem Seil – Wo keiner je war

Ist der Mann auf dem Seil – So wunderbar

Der Mann auf dem Seil – Lächelt den Sternen nur zu

Lächelt den Sternen nur zu

 
eine tafel (von hier bis ans ende der Welt)

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Komm schnell ans Fenster, da draußen ist etwas passiert

Die Straße ist randvoll mit Leuten – was machen die hier?

Alle Nachbarn haben Tisch und Stühle nach draußen gestellt

Das sieht aus wie ne Tafel von hier bis ans Ende der Welt

 

Was ist hier los? Was ist geschehn?

Mir ist so als hätt ich das schon einmal gesehen

Ganz, ganz weit weg – tausend Jahre schon her

 

Am Haus gegenüber steht „Alle sind herzlich willkommen“

Gleich daneben wirft irgendwer Blumen von seinem Balkon

Und der Hausmeister von nebenan mit dem grauen Gesicht

trägt n goldenen Anzug und lächelt – das glaub ich jetzt nicht

 

Und da ist Musik – es gibt Essen und Wein

Und der Nazi von unten, der schenkt allen ein

Jemand nimmt ihn in’ Arm – kann das wirklich so sein?

 

Schau, sie winken uns zu – und sie rufen „Komm raus“

Und ich komm sofort mit – wenn Du Dich endlich traust

Ich bin schon bei der Tür – Ich halt’s hier kaum noch aus

 

Eine Tafel von hier bis ans Ende der Welt

 
ich bau dir ein boot

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Schon an der Tür so’n Gefühl

Warum war die Wohnung so kühl?

Ihr Brief auf dem Boden im Flur

schwerer als Blei

 

Seitdem steht dein Lächeln leer

Alles, was leicht war ist schwer

Die Leute sagen ist lange her

nein, es hört niemals auf – doch

 

Ich bau Dir ein Boot, Kapitän

Und das wird so wunderschön

Ich hab’s im Traum schon gesehn

Schnell wie ein Pfeil

 

Ich bau Dir ein Boot, Kapitän

Und das wird nie untergehn

Kann es auch kein Mensch verstehn

Du hast mein Wort

Ich bin an Bord

 

Warum hat sie nichts erzählt?

Hat sie diesen Weg so gewählt?

Die Frage, die Dich heut noch quält

Schwerer als Blei 

 

Wer kann in Deinen Schuhn gehn?

mit Deinen Augen nur sehn?

All Deinen Schmerz auf mich nehmen?

Nein, das kann niemand tun – doch

 

Ich bau Dir ein Boot, Kapitän

Und das wird so wunderschön

Ich hab’s im Traum schon gesehn

Schnell wie ein Pfeil

 

Ich bau Dir ein Boot, Kapitän

Und das wird nie untergehn

Kann es auch kein Mensch verstehn

Du hast mein Wort

Kommst Du an Bord?

 
in diesem Bild

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Der See ist still, die Bäume grün

Der Himmel kennt nur leuchtend blau

Ich sitz am Ufer die Gitarre in der Hand

Ich sing ein Lied und Eines weiß ich ganz genau

 

Nur Du - fehlst in diesem Bild, bitte

Nur Du – komm jetzt einfach her

Nur Du – fehlst in diesem Bild

Und ich würd so gerne bleiben

Ohne Dich, da wird es schwer

 

Der Ofen brennt, der Kater schnurrt

Ich schreib es auf so wie es ist

Und wenn’s der allergrößte Kitsch im Universum wird

dann streich es einfach durch wenn Du hier bist

 

Nur Du - fehlst in diesem Bild, bitte …

Nur Du – komm jetzt einfach her

Nur Du – fehlst in diesem Bild

Und ich würd so gerne bleiben

Ohne Dich, da wird es schwer

 

Die Nacht ist klar, ein warmer Wind

und alle Sterne stehen stramm

Die Satelliten ziehen leise ihre Kreise

und ich heb mein Glas, doch mit wem stoß ich an?

 

Nur Du - fehlst in diesem Bild, bitte …

 
alles wahr!

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Im Internet steht schwarz auf weiß die Welt wird untergehn

Die Aliens sind auch schon da, Du kannst sie nur nicht sehn

Und niemand war je auf dem Mond, die Fahne hat geweht

Nimm Alufolie für Dein Handy – noch ist nichts zu spät

 

Mein Rosenquarz zeigt mir genau die Uhrzeit wenn ich will

’Ne Impfung gegen Masern ist der reinste Overkill

Auf diese Tropfen schwör ich, kannst Du ganz beruhigt mal nehmen

Bei Warzen, Rheuma, Haarausfall und offenem Ödem

 

Alles wahr. Alles wahr. Alles wahr. Alles wahr

 

Die Rothschilds haben Deinen Tod seit Jahren schon geplant

Das Datum steht im Kursbuch von der Deutschen Bundesbahn

Wer Kennedy erschossen hat, ist heut bei Interpol

Wenn Du dies Lied hier rückwärts hörst, dann singt es Helmut Kohl

 

Alles wahr. Alles wahr. Alles wahr. Alles wahr

 

Den Inkas war vor tausend Jahren eines sonnenklar:

Die Welt ist eine Scheibe, weil sie nie ne Kugel war

Die Tante meines Nachbarn hat ne Katze, die im Schlaf

mit Jesus spricht, jetzt droht Gefängnis – weil sie das nicht darf

 

Alles wahr. Alles wahr. Alles wahr. Alles wahr

 
eins zwei drei vier

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Du sitzt da – auf weißem Laken

Was ist los? Stummer Blick

Ich ruf Dich an – und zwar seit Tagen

Und Du – rufst nicht zurück

 

Hast Du heut schon was gegessen?

Zwei Kekse? Mann, oh, Mann!

Ich glaub hier muss frische Luft rein

Damit man atmen kann

 

Eins – steht ganz allein am Anfang

Zwei – kommt dann dazu, wenn Eins sich einsam fühlt

Drei – sind die guten Dinge

Vier – Winde haben Dir heut nacht das Herz zerwühlt

 

Zu lange her – um zu erinnern

Wer es war – ohne Gesicht

Nur die Angst – bleibt einfach bei Dir

Du kennst sie – vielleicht besser als Dich

 

Nimmst Dein Buch und schreibst zwei Zeilen

auf Blütenduft-Papier

Kann mich irgend jemand tragen?

Weit, weit weg von mir?

 

Eins – steht ganz allein am Anfang

Zwei – kommt dann dazu, wenn Eins sich einsam fühlt

Drei – sind die guten Dinge

Vier – Winde haben mir dies Lied für Dich erzählt

 
wildes Tier

Text & Musik: Jon Flemming Olsen

Du hast Blumen gepflanzt im Tal Deiner Lieder

hast auf Regen gehofft und warten gelernt

Du hast jeden umarmt im Wald auf der Lichtung

Selbst das Rollkommando Nachts gegen vier

 

Und tief in Dir da wohnt ein wildes Tier

schreit: Nicht mit mir

Tief in Dir da wohnt ein wildes Tier

schreit: Nicht mit mir

 

Die Kantine fast leer, Scheiben beschlagen 

Handy macht Bing, Die Zahlen sind da

Dein Letztes Quartal sieht nicht so gut aus

alle wissen es längst – und keiner blickt auf

 

Und tief in Dir da wohnt ein wildes Tier

schreit: Nicht mit mir

Tief in Dir da wohnt ein wildes Tier

schreit: Nicht mit mir

 

Viertel vor zehn, vor Dir die Schnittchen

Und der Fernseher läuft, wie immer im Kreis

Irgendwer singt von einer Insel

Doch die Palmen sind bloß aus Styropor

 

Und tief in Dir da wohnt ein wildes Tier …

 

Inhalte: © 2020 Jon Flemming Olsen. Impressum

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